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Die Geschichte Granadas

Die Geschichte der Stadt Granada scheint mysteriös zu sein. Um viele ihrer Plätze und Ecken ranken sich Legenden und Märchen, die sie in eine geheimnisvolle Stadt wandelten. Es entwickelten sich die unglaublichsten Theorien zu ihrer Gründung, dem biblischen Noah, Herkules und unterschiedlichen antiken Mittelmeervölker wird sie zugeschrieben. 

Sicher ist, dass ihre Geschichte auf das iberische Volk der Turduli zurückgeht, das eines der zivilisiertesten unter den ersten Völkern der Iberischen Halbinsel war. Es gründete die Stadt unter dem Namen Ihverir, die Römer nannten sie später Iliberis

Als die Römer Granada eroberten, machten sie es zu einer Gemeinde (1. und 2. Jhd. v. Chr.). Sie nannten die Stadt sowohl nach ihrem iberischen Namen Iliberis wie auch nach ihrem lateinischen Florentia, was „blühende“ oder „fruchtbare Stadt“ bedeutet. 

Die römische Siedlung erstreckte sich anfangs über die heutigen Stadtviertel Alcazaba (Zitadelle) und Albaicín und dehnte sich bis über den Hügel der Alhambra aus. 

Aus westgotischer Zeit sind zwar keine Dokumente über die damalige Bevölkerung und ihre Bräuche, aber Münzen und Medaillen erhalten. Daraus lässt sich schließen, dass Granada weiterhin Provinzhauptstadt war, wie auch schon unter den Römern. Diese Vermutung verfestigt sich, da sich die militärische Macht der Stadt vergrößerte und andere Städte des Imperiums aufgrund der Barbareninvasion an Bedeutung verloren. Iliberis lag direkt neben Granata, das allerdings mehr ein Stadtteil als eine selbstständige Siedlung war. Es wurde hauptsächlich von Juden bewohnt und grenzte an die Alcazaba (Zitadelle) von Iliberis

Der Einfall der Muslime auf die Iberische Halbinsel begann 711 mit der Ankunft Tariks an der Küste Tarifas. 745 folgte eine Truppe des muslimischen Heeres aus Damaskus, das an der Eroberung der Iberischen Halbinsel beteiligt war. Die Soldaten zogen nach Córdoba mit der Absicht, den für ihre Mithilfe versprochenen Anteil einzufordern. Doch sie kamen zu spät, die Aufteilung war bereits vollzogen, weshalb ihnen die Machthaber in Córdoba nur einen abgelegenen Ort in den Ausläufen einer entfernten Gebirgskette anboten. Die Syrer mussten das Angebot akzeptieren, doch ahnten sie damals noch nicht, was diese für sie wenig versprechende Entscheidung im Laufe der Jahrhunderte nach sich zog. 

Die Muslime nannten Iliberis in Elvira um, das im Jahr 1010 zerstört wurde, weshalb die Bewohner nach und nach in den Albaicín umzogen. Zawi ben Ziri war der Gründer der Ziridendynastie, die Granada im Jahr 1013 zu einem unabhängigen Königreich machte. Bis 1238 regierten die Ziriden, dann gründete Mohammed ibn Jusuf ibn Nasr, auch genannt Ibn al-Ahmar, nach seiner Eroberung Granadas eine neue Dynastie, die Nasridendynastie. Die Nasriden waren die Erbauer der Alhambra. Sie hielten ihre Macht bis zum 2. Januar 1492, als die christlichen Truppen der Katholischen Könige in die Stadt einmarschierten und die Rückeroberung (Reconquista) mit der Kapitulation des letzten Nasridenkönigs Boabdil vollendeten.

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