
Comares-Turm
Der Comares-Turm (Torre de Comares) ist mit 45 m der höchste noch existierende Turm der Alhambra. Seinen Name erhielt er aufgrund des bunten Glases (span.: comarías) in den Balkonen, durch die der große Saal im Inneren des Turmes erhellt wird. Zwischen den Mauern des
Barkesaals und des angrenzenden Saals ist ein schmaler Durchgang mit zwei Türen. Die linke führt in die oberen Zimmer des Turmes (das Winterschlafzimmer des Sultans und der Zugang zur Turmterrasse). Durch die rechte Tür gelangt man in ein Zimmer, an dessen Ende eine Nische mit spitzem Hufeisenbogen und Arabeskenornamenten ist. Dieses Zimmer war ein kleines Oratorium, das nur der Emir nutzte.
In den vier Seiten des Turms gibt es mehrere Fenster und die gleichen Wasserspeier wie am
Turm der Gerechtigkeit. Auf die Zinnen wurden pyramidenförmige Enden im 16. Jahrhundert gesetzt. Im Turminneren befindet sich der
Botschaftersaal.
Anscheinend fand in diesem Turm die Ratssitzung statt, in der beschlossen wurde, dass Granada an die
Katholischen Könige übergeben werden sollte. Man sagt, als
Boabdils Mutter erfuhr, dass ihr Sohn die Übergabe mit den Christen verhandelte, soll sie von einem der Balkone aus zu ihm gesagt haben: „Sieh dir an, was du übergibst und erinnere dich, dass all deine Vorfahren als Könige Granadas starben und das Königreich stirbt in dir“. Einer Legende nach soll
Christopher Kolumbus hier die Katholischen Könige von seiner Expedition nach Indien über den Westen überzeugt haben, während der er am 12. Oktober 1492
Amerika entdeckte und für deren Finanzierung ihm Königin Isabella ihren Schmuck anbot.